BEVÖLKERUNG

 

In Bahia haben fast 80 % der Menschen eine dunkle Hautfarbe. Dennoch sind in Führungspositionen Schwarze eine Ausnahme.
Dementsprechend gehören mehr als zwei Drittel der farbigen Bahianer zur Gruppe mit den niedrigsten Löhnen, während auf der Gehaltsstufe eines mittleren Angestellten ( zehn Mindestlöhne) weiße Bahianer zu 90 % vertreten sind.
Die Chancenungleichheit auf dem Arbeitsmarkt ist auch die Folge des miserablen Bildungssystems. Rassische Diskriminierung ist in Bahia also ein ebenso großes Problem wie in anderen Staaten Brasiliens, doch ist hier seit jeher der organisierte Widerstand, wie z.B. in den Revolten und den Fluchtburgen des 19. Jh., wie auch das Selbstbewusstsein und die Identifikation mit der eigenen Kulturtradition stärker.
Die indianischen Ureinwohner machen nur einen kleinen teil der brasilianischen Bevölkerung aus (0,02%). Vor der Entdeckung durch die Weißen lebten in Küstennähe ca. 1 bis 3 Mio. Indios. Heute sind es nur noch knapp 300 000, die sich auf etwa 250 Stämme in ganz Brasilien verteilen. Sie haben nach der Verfassung von 1988 erstmals Reservate erhalten (ca. 11 % der Staatsfläche). Die Reservate gehören ihnen aber nicht. Sie können den Boden nutzen, aber nicht verkaufen.
Die Demarkation der Reservate hat in den 90er Jahren zu wachsenden Konflikten zwischen nicht-indianischen Einwohnern und Großgrundbesitzern geführt.
Noch immer sind nicht alle Reservate abgesteckt. Die Indianer müssen sich gegen die kommerzielle Nutzung durch Goldsucher, Sojapflanzer und Holzfirmen wehren.
Im Süden Bahias gibt es oft blutige Auseinandersetzungen zwischen der lokalen Polizei, Vertretern der Indianerbehörde Funai und den Indios selbst, die zunehmend selbstbewusst auftreten.
Bereits öfter ist es am 19. April - dem in ganz Brasilien gefeierten Tag des Indios - zu Konflikten gekommen.